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Geflochtene Schnüre - Angelschnur für das Spinnfischen

Geflochtene Hochleistungsschnüre gibt es jetzt inzwischen ca. 18 Jahre am Markt. Bei uns in Deutschland sind diese Polyfile hauptsächlich bekannt unter dem Namen Dyneema-Schnüre, obwohl dies lediglich ein Markenname für diese äußerst feine PE-Faser ist. In Amerika werden diese Angelschnüre als Spectra-fibre verkauft und sind eigentlich nichts anderes. Diese Fasern, egal wie sie genannt werden, sind extrem hoch verstreckt und damit reißfest. Das geringe Gewicht in Verbindung mit der gigantischen Festigkeit lässt Ingenieure diese Faser sogar im Brückenbau einsetzen. Für uns Angler sind diese geflochtenen Schnüre besonders beim Spinnfischen, Meeresangeln und auf sehr große Distanzen hervorragend einsetzbar. Diese Angelmethoden machten einen Quantensprung mit Einführung dieser neuartigen Angelschnüre. Uli Beyer kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie er früher ohne diese geflochtene Angelschnur ausgekommen ist.

Um im Wettbewerb um günstigste Preise besonders gut dazustehen, werden Billigschnüre auch mit einfacheren Fasern verflochten. Die Billigstversion dieser Flechtung wäre dann das gute alte Dacron. Trotzdem, teuer werden diese Angelschnüre auch durch ihre Verarbeitung. Aufwendige Flechtverfahren mit sehr geringem Maschinenausstoß pro Stunde (wenige Meter!) machen diese Hochleistungsschnur teuer. Schnellflechtungen erlauben eine höhere Produktivität der Maschine und damit niedrigere Preise. Aber deutlich größere Flechtpunktabstände und auch einfachere Flechtverfahren verschlechtern die wichtigen Eigenschaften Ihrer Angelschnur im Angeleinsatz! Das Ergebnis ist zwar ein günstigerer Preis, aber auch eine platte Schnur (wie eine Luftschlange!). Solche Angelschnur weist zwar immer schöne, dünne Durchmesser auf, weil man ja den "schmalen Durchmesser" misst, aber in der Strömung, beim Absinken des Köders usw. macht sich immer der breite Querschnitt sehr störend bemerkbar! Die großen Flechtpunktabstände billiger Flechtschnüre erzeugen beim Werfen auch größere Reibung und Sie werden schnell bemerken, dass solche geflochtenen Angelschnüre auch deutlich mehr Dreck und Wasser aufnehmen! Achten Sie unbedingt darauf, diese Probleme zu vermeiden, denn gerade beim Spinnfischen ist guter Kontakt zum Köder absolut wichtig. Schwere, nasse Schnüre sind Gift für gute Köderpräsentation und insbesondere gefühlvollen Kontakt zum Köder. Meine Idealschnur ist rund und eng geflochten und hat zusätzlich möglichst auch eine gute Oberfächenbehandlung. Meine Idealvorstellung einer wirklich runden, eng-geflochtenen Dyneema-Schnur wird durch die Stroft GTP erfüllt, die ich von Beginn an auch verkaufe. Speziell für uns wird auch die Stroft GTP in Fluogelb exklusiv angefertigt. Eine deutlich bessere Sichtbarkeit ist für verschiedene Angelzwecke insbesondere beim Spinnfischen äußerst sinnvoll, da die Angelschnur dann häufig auch Kontaktanzeige, Bissanzeiger und Köderkontrolle bildet. Sie müssen sich deutlich weniger auf das Gefühl mit der Angelrute konzentrieren, wenn Sie Ihre Angelschnur auch mit dem Auge kontrollieren! Kaufen Sie besonders geflochtene Angelschnur nicht nach den angegebenen Tragkräften und Durchmesserangaben! Ich wage die Aussage, dass nirgendwo sonst im Angelgerätebereich so viel gelogen, übertrieben und gemogelt wird! Überprüfen Sie die Schnur Ihrer Wahl vor dem ersten Kauf möglichst zwischen den Fingern, die Sie hin und her zwirbeln. "Rollt" die Schnur zwischen Ihren Fingern, ist es eine sehr gute geflochtene Angelschnur. Rutscht sie nur, sollten Sie vielleicht Ausschau nach einer besseren Flechtschnur halten. Nur der günstigere Preis kann da kurzzeitig überzeugen… Wer einmal mit einer sehr guten geflochtenen Schnur gefischt hat, möchte sie nicht mehr missen. Diese Schnüre sind extrem dehnungsarm und superdünn. Bei konstanter Tragkraft sind Dyneema- oder Spectra-Schnüre deutlich dünner als monofile Angelschnüre und praktisch unbegrenzt in der Lebensdauer. Die deutlich höhere Lebensdauer der geflochtenen Angelschnur liegt in einer extrem guten UV-Beständigkeit begründet. Außerdem erzeugen kleinste Beschädigungen an geflochtenen Schnüren weniger starke Tragkraftverluste als bei Monofilschnüren.Mit dieser großen Palette an Vorteilen für Dyneema Schnur sind die anfänglich hohen Anschaffungskosten doch der bessere und vor allem günstigere Weg, lange effektiv und sicher zu fischen. Übrigens: Nicht alle Oberflächenbehandlungen sind wirklich gut und von Dauer. Sogenannte Fusion-Schnüre sind für einige Zeit wirklich toll zu fischen. Die bekannteste dieser Angelschnüre ist wahrscheinlich die Fireline von Berkley. Auch die KG Cast von WFT gehört zu dieser Schnurfamilie. Die reißfesten Fasern sind hierbei wenig verflochten, jedoch mit einem Schutzmantel aus Kunststoff überzogen. Man kann sich das ähnlich einem isolierten Kabel vorstellen, wobei der Schutzmantel die Schnur dicker macht und effektiv nicht zur Reißfestigkeit beiträgt. Der Mantel verschleißt mit der Zeit und derartige Schnüre wirken nach einiger Zeit wie Stacheldraht, wobei die Tragkraft häufig auch schneller nachlässt als ähnlich dicke eng geflochtene Angelschnüre. Bitte beachten Sie, dass Flechtschnüre im Durchmesser sehr schwer messbar sind. Deshalb sind die erstaunlichen Durchmesser- und Festigkeitsangaben auch immer mit größter Vorsicht zu genießen!

Sonstige Schnüre
Bei Fliegenschnüren ist nicht die Reißfestigkeit, sondern Schuß- bzw. Roll- und Flugfähigkeit gefragt. Eine wirklich gute Fliegenschnur gleitet perfekt durch die Rutenringe, bewegt sich besonders geschmeidig in der Luft und rollt sanft auf das Wasser. Ein gute Oberflächenbeschichtung verleiht dieser Schnur eine erhöhte Lebensdauer. Etwas Pflege und Schonbehandlung verlängert die Lebensdauer und Wurfeffektivität der Schnur. Für Schleppfischer hochinteressant ist eine neuartige Flechtschnur mit Bleikern. In regelmäßigen Abständen unterschiedlich gefärbt, lässt sich eine erfolgreiche Schnurlänge/Schlepptiefe immer wieder problemlos reproduzieren. Diese sehr eigenschwere Schnur erlaubt das Schleppen auch kleinster Köder in großer Tiefe. Sie werden staunen, wie tief plötzlich ihre Miniwobbler und Shads tauchen. Zwar sind größere Tauchtiefen auch mit Vorschaltbleien und Paravanen möglich, jedoch ist sowohl der Köderlauf, als auch der Drill eines gehakten Fisches mit direktem Kontakt deutlich besser. Für den Einsatz dieser Schnüre ist es wichtig, entweder sehr große Spulendurchmesser oder Multirollen zu verwenden, weil die Schnur sonst nicht optimal abläuft. Tipps für den Umgang mit geflochtenen Schnüren:

1. Tipp: Geflochtene Schnüre aus Dyneema-Material sind immer sehr glatt. Deshalb lassen sie sich nicht wie herkömmliche Schnüre knoten. Wer dies probiert, wird von der "schlechten Knotenfestigkeit" enttäuscht sein. Das Problem behebt man am besten mit 2 Möglichkeiten:
a) Sie benutzen zur Befestigung Ihres Vorfachs, Wirbels usw. einen sogenannten Knotenlos-Verbinder (z.B. Dreamtackle-Knotenlos Art.-No. 8010), der 100% Reißfestigkeit mit sich bringt. Viele Angler wünschen diese Variante.
b) Uli Beyer verzichtet auf Knotenlos-Verbinder und bindet einen sogenannten "Bimini-Twist" als Verbindungsknoten. Hiermit erreicht man eine sehr hohe Festigkeit, die jedoch einige Prozente unter der vollen, linearen Reißfestigkeit liegt. Damit haben Sie eine Sollbruchstelle in Ihrer Kette. Im Falle eines Hängers reißt die Schnur dort und das Risiko eines großen Schnurverlustes ist ausgeschlossen.

2. Tipp: Geflochtene Angelschnur muss auf der Rolle nach dem Bespulen eingefischt werden. Wenn Ihre Schnur zu locker aufgespult wurde und die Wicklungen ineinander schneiden, dann kommt es unter Umständen zur Perückenbildung. Versuchen Sie, die ersten Würfe nach dem Aufspulen sehr bewusst auszuführen und die Schnur mit den Fingern gestrafft wieder auf die Rolle zu bringen. Erst wenn die Schnur wirklich gut auf der Rolle "liegt" (nach einigen Würfen), sollten Sie kräftige Würfe mit der Dyneema-Schnur durchführen. Für geflochtene Schnur eignen sich insbesondere Angelrollen mit verzögertem Spulenhub (auch Wormshaft-Getriebe genannt) und somit sehr gleichmäßiger Schnurwicklung!

3. Tipp: Geflochtene Schnüre sind sehr dehnungsarm. Das hat große Vorteile beim Anhieb und der Köderkontrolle. Auf kurze Entfernung wie z.B. in der Endphase eines kritischen Drills kann dies jedoch zu einem plötzlichen Problem werden. Sollte die Gefahr bestehen, dass ein Fisch zum Drillende noch einmal "explodiert", aus dem Wasser springt o.ä. so empfehlen wir einige Meter Monofil vor den Köder zu knoten, um hier einen "Stoßdämpfer" integriert zu haben. Insbesondere kritische Augenräuber wie z.B. Barsch und Forelle, aber häufig auch der Dorsch lassen sich somit deutlich sicherer an den Haken und das Land bringen.

4. Tipp: Dyneema-Schnüre bestehen aus vielen kleinsten Kunstfasern, die aufwendig verflochten wurden. Die Oberfläche dieser geflochtenen Angelschnur ist deutlich "härter" als herkömmliche monofile Schnüre. Dadurch, dass fortwährend und zusätzlich auch feinste Schwebstoffe aus dem Wasser durch die Ringe gerieben werden, unterliegen Schnurringe einer stark erhöhten Beanspruchung! Achten Sie deshalb unbedingt darauf, sogenannte SIC-Ringe auf Ihrer Angelrute montiert zu haben. Ihr Gerät wird es Ihnen mit deutlich erhöhter Lebensdauer danken!

5. Tipp: Fehlende Dehnung bei Dyneema-Schnur bedeutet zwar "besten Kontakt", aber auch deutlich größerer zerstörerische Kräfte. In der Regel können Sie mit geflochtener Angelschnur weichere Ruten für einen ebenso effektiven Anhieb einsetzen. Sehr harte Ruten in Verbindung mit sehr feinen Flechtschnüren bergen ein erhöhtes Risiko auf Schnurriss, da unkontrollierte Spannungsspitzen beim Auswurf, Anhieb und in der Endphase des Drills zum Schnurriss führen könnten.
 

 

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