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Blinker zum Spinnfischen

Ihre Namen sind auch Löffel, Löffelblinker, Effzett, Schlepplöffel, Falkfisch, Atom, Eppinger und meinen eigentlich immer ein Stück gewölbtes Blech, das dick, dünn, schmal oder breit gehalten sein kann. Wedelnd, blitzend und wobbelnd gleiten Blinker durch die Unterwasserwelt und imitieren so einen verletzten und flüchtenden Beutefisch! Sie sind mit ihren vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten einer der beliebtesten und fängigsten Kunstköder in vielen Angelsituationen, zumal die meisten Blinker auch ausgezeichnete Wurfeigenschaften haben!

Blinker sind auch sehr einfach einzusetzen, denn ähnlich wie Spinner beginnen sie schon bei einfachem Zug zu arbeiten. Besonders Hechte, Zander, große Barsche und kapitale Salmoniden wie Lachs, See- und Meerforelle sind klassische Beutefische für den Blinker. Da Blinker meistens durch ihre auffälligen Bewegungen und Lichtreflexe funktionieren, fangen sie besonders in klarerem Wasser gut.
In der Regel besteht die Konstruktion eines Blinkers aus einer oder zwei löffelartigen Metallplatten, an deren Enden einmal der Haken und einmal über einen Wirbel die Angelschnur befestigt wird. Über die Körperform des Blinkers lassen sich unterschiedliche Bewegungen erzeugen. Ein längerer Blinker schlägt normalerweise deutlich weiter zur Seite aus, als ein kürzerer. Genauso verdrängt ein stark gewölbter Blinker mehr Wasser und schlägt weiter zur Seite aus. Sehr dünne Löffel-Blinker zeigen ein deutlich stärkeres Bewegungsspiel als dickere Löffel. Allerdings sind dickere Blinker wesentlich besser zu werfen und lassen sich auch in großen Wassertiefen noch erfolgreich präsentieren. Besonders auch in starker Strömung sind dickere Blechstärken dieser Kunstköder meist erfolgreicher.

In der Regel ist mindestens eine der Blinkerflächen metallisch. Rillen oder Hammerschlag, vielleicht sogar Reflexfolien oder Augen darauf sollen die Lichtreflexe in möglichst viele Richtungen aussenden, um maximale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Deshalb ist klares Wasser für den Einsatz von Blinkern meistens besonders wichtig! Gut polierte oder gar versilberte Oberflächen reflektieren deutlich mehr Licht und sind deshalb häufig auch deutlich fängiger. Ein höherer Preis für versilberte Oberflächen ist unbedingt gerechtfertigt, obwohl die Köder sich teilweise recht ähnlich sehen. Silber reflektiert Licht deutlich besser und auffälliger! Dennoch gibt es Angler, die ganz bewusst auch matte, schwarze bzw. dunkle Blinker einsetzen, denn manchmal ist dieses Weniger mehr in der Fängigkeit. Hier ist Experimentieren gefragt! Man kann Blinker grob in 3 Kategorien einteilen. Es sind Standardblinker für die normale Wurfangelei, Schlepplöffel mit besonders dünnem Blech für die Schleppangelei und Krautblinker, die über besondere Konstruktionen den Haken vor unerwünschten Hängern, Kraut und Blättern schützen.
Die Kunst bei der Blinker - Auswahl und Präsentation von Blinkern liegt in der passenden Geschwindigkeit. Jeder Blinker hat sozusagen seine "Optimalgeschwindigkeit", mit der er besonders attraktiv durch das Wasser wedelt. Testen Sie hier ruhig einmal im klaren Wasser, wie der Köder sich bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten verhält. Er soll sich nur selten um die eigene Achse drehen und schön verführerisch im Wasser wedeln. In der Regel muss man Blinker nicht sehr gefühlvoll präsentieren, da der Fisch sich meistens selbst hakt. Eine mittelstarke Spinnrute (ca. 50-80 Gramm Wurfgewicht) ist deshalb meistens besser als eine zu leichte Rute. Die Rute sollte jedenfalls deutlich mehr Wurfgewicht als das Gewicht des Blinkers aufweisen. Da die Angelei meist im klaren Wasser stattfindet, sollte zumindest einige Meter vor dem Köder eine unsichtbare Schnur (farbloses, nicht zu dickes Monofil oder Fluorcarbon) montiert werden. Sind Hechte zu erwarten, empfiehlt sich ein sehr dünnes, nicht mit Plastik ummanteltes und kurzes Stahlvorfach.

Standard-Wurfblinker

Als ich mit der Kunstköderangelei begann, war der Blinker ein äußerst beliebter und auch sehr erfolgreicher Spinnköder. Heute habe ich das Gefühl, dass der Blinker und seine große Vielseitigkeit bei vielen Anglern etwas in Vergessenheit geraten sind, weil sehr viel Werbung für andere, scheinbar völlig neue Kunstköder gemacht wird. Dabei ist dieses einfache Stückchen Blech nach wie vor eine Top-Wahl und immer wieder sehe ich in sehr erstaunte Gesichter, wenn ein großer Blinker z.B. beim Hechtangeln alles andere absolut in den Schatten stellt. Fragen Sie ruhig einmal einen erfahrenen Boddenguide, wie häufig die besten Fangergebnisse mit einem großen Löffelblinker erzielt werden. Hechte lieben Blinker! Zieht man dann die Tatsache hinzu, dass Blinker im Verhältnis zu anderen Spinnködern dennoch recht selten eingesetzt werden, so ist erkennbar, dass die Räuber diesen Spinnköder noch immer extrem gerne attackieren! Lediglich Meerforellenangler haben die schlanken Weitwurfblinker nie aus dem Auge verloren und sind damit immer fleißig und sehr erfolgreich an der Küste unterwegs. Der Thor, Böx oder Hansen sind bekannte Meerforellenköder.
Welsangler mögen besonders breite und schwere Löffel, die auch Wallerlöffel genannt werden. Sie sind deshalb für Welse sehr attraktiv, weil sie besonders laut aufplatschen und so die besondere Aufmerksamkeit der Welse auf sich ziehen. Einige Angler gießen sich sogar Blei in herkömmliche Löffelblinker, um ihn noch schwerer und somit noch lauter beim Aufplatschen zu machen. Um die akustischen Reize und somit die Eignung für Einsätze im trüben Wasser zu erhöhen, können auch zwei dünne Blinker zu einem Blinker verbunden werden, indem sie einfach übereinander gelegt werden. Diese zwei Blinker klappern dann laut aufeinander, wenn sie durch das Wasser gezogen werden. Doppelblatt-Blinker gibt es inzwischen zu kaufen und der bekannteste unter ihnen ist wahrscheinlich der Effzett-Blinker von DAM. Ganz kluge Angler kaufen sich diese "Doppelblätter" auch, um die Blinker-Hälften einzeln als ausgezeichnete Flachwasserköder einzusetzen. Dünnblechige Blinker werden nämlich wegen des schwierigeren Einsatzes nicht mehr so zahlreich angeboten, sind aber häufig außerordentlich fängig für das Angeln im Flachwasser! Besonders beim Angeln auf Hecht nach der Laichzeit im Frühjahr sind dünne Blinker dann sehr erfolgreich. Nicht nur unter Salmoniden-Anglern sind Perlmuttlöffel sehr bekannt und beliebt. Ihr besonderer Reiz liegt in der einmaligen Lichtreflexion der Perlmuttoberfläche. Das ganze Lichtspektrum wird hier bunt schimmernd in das Wasser reflektiert und wahrscheinlich gibt es hier noch unergründete Lichtreize, wie sie von anderen Oberflächen nicht erreicht werden.

Standard-Blinker werden in einer verwirrend riesigen Anzahl von Blechformen und Blechstärken angeboten. Die Kunst eines Blinker-Spezialisten liegt in der richtigen Auswahl der Blechstärke, denn über sie wird das Sink- und Bewegungsverhalten bestimmt. Ein dicker Blechlöffel lässt sich äußerst gut werfen und sinkt schneller auf seine vorbestimmte Tiefe. Zwar sind seine Bewegungen nicht so lebhaft wie bei dünneren Blinkern und man muss ihn deshalb etwas schneller ziehen, aber man kann ihn ausgezeichnet auf einer vorgegebenen Tiefe halten und mit unterschiedlichen Sinkzeiten nach dem Einwurf verschiedene Wassertiefen durchsuchen. Diese Blinker sind hervorragend für den Fang von Hechten in mittleren und großen Wassertiefen geeignet!

Sehr dünne Blinker hingegen lassen sich deutlich schlechter Werfen. Sie sind mehr windanfällig und sinken extrem langsam in die Tiefe. Dafür lassen sie sich aber besonders langsam präsentieren und spielen dennoch sehr lebhaft. Hechte angeln im Flachwasser ist perfekt mit dünnen Blinkern möglich. Diese Blinker sind die beste Wahl für träge und faule Räuber, also meistens wenn das Wasser recht kalt ist. Da sie auch zum schnelleren Aufsteigen neigen und die Tiefe beim Ziehen nicht gut halten, sind sie vornehmlich für flacheres Wasser geeignet.

Angeln mit Standard-Blinkern

Blinker werden so vielfältig wie kaum ein anderer Spinnköder eingesetzt. Vom Weitwurfblinker über den Schleppköder bis zum stationär in der Strömung flatternden dünnblechigen Blinker ist alles mit diesem Kunstköder möglich und erfolgreich. Die Vielseitigkeit in Verbindung mit absoluter Einfachheit macht den Erfolg dieser künstlichen Köder aus.
Obwohl Blinker sehr einfach einzusetzen sind, machen viele Angler immer wieder Fehler, die auch manchen Fisch kosten. Billige Spinnköder werden z.B. ohne Befestigungswirbel am oberen Ende ausgeliefert. Manchmal fehlt sogar der Sprengring dort! Es ist ein großer Fehler, die Schnur direkt an das Befestigungsloch zu knoten, da dies die Schnur schnell beschädigt und den Köder abreißen lässt. Außerdem verhindert die starre Befestigung an der Schnur ein freies Wedeln des Blinkers. Ein Sprengring mit Wirbel nimmt den meisten Drall aus der Schnur und verhindert Schnurbruch an dieser Stelle. Auch die richtige Lauftiefe und Geschwindigkeit des Blinkers muss erst einmal gefunden werden. Fischen Sie so langsam wie möglich, aber möglichst schnell genug, so dass der Blinker sich schön wedelnd durch das Wasser bewegt. Die fängige Wassertiefe ändert sich häufig sehr schnell. Der wichtigste Einflussfaktor ist der Sonnenstand, denn früh und spät stehen die Räuber meist flacher als am Mittag. Auch die Windrichtung, Wassertrübung und Bewölkung am Himmel haben Einfluss auf das einfallende Licht und somit auf die "Komfort-Zone" der Räuber. In der Regel kann man feststellen, dass die Fische mit viel Licht tiefer stehen und umso flacher kommen, je dunkler es unter Wasser wird. Es versteht sich von selbst, dass man verschiedene Blinker parat haben sollte, um immer optimal auf die veränderten Situationen reagieren zu können. Silberfarbige Blinker sind die beliebtesten Spinnköder dieser Familie, aber auch gold und für mich besonders kupferfarbige Dekors sind immer einen Versuch wert. Wenn wenig Licht ins Wasser fällt oder Sie im trüben Wasser angeln, sollten Sie immer auch ein oder zwei fluo-farbige Modelle parat haben.

Tipps und Tricks mit Blinkern:

Wechseln Sie den Drilling gegen einen Bucktail-Drilling oder Einzelhaken mit Twister aus, um den Köder flacher laufen zu lassen! Der Auftrieb des Köders nimmt damit nämlich zu! Augendrillinge von Dreamtackle sorgen für einen Beißpunkt am Köder und erhöht so die Fängigkeit. Alte Blinker lassen sich recht gut durch Poliermittel z.B. für Silberbesteck wieder auf Hochglanz bringen. Glänzende Oberflächen sind im Klarwasser besonders fängig! Sehr alte Blinker können auch schwarz oder farbig dekoriert werden. Mit einem kleinen Sortiment Spraydosen können Sie schnell etwas Fluo-Farbe auf den Köder bringen, wenn die Sicht im Wasser schlechter wird. So bleibt die Fängigkeit Ihrer Blinker erhalten oder nimmt sogar zu, ohne dass man endlos viele Köder parat haben muss…

Schlepplöffel

In der Lachs- und Meerforellenangelszene sind Schlepplöffel überhaupt nicht mehr wegzudenken! Auch viele Seeforellenangler schwören auf die dünnblechigen und schlanken Blinker, die schon bei langsamstem Zug lebhaft zu wedeln beginnen. Großsalmoniden, die häufig vielen Kunstködern widerstehen können, scheinen besonders leicht mit großen Blinkern verführbar zu sein. Schlepplöffel lassen sich ohne Zusatzgewicht meistens nur wenige Meter weit werfen und würden beim Zug sofort wieder zur Oberfläche steigen und dort schnell sogar über die Oberfläche gleiten, denn ihre besondere Beweglichkeit und Fängigkeit kommt von der extrem dünnen Blechstärke. Deshalb sind sie natürlich auch weniger haltbar als andere Köder, vor allem, wenn sie schon den einen oder anderen Drill eines großen Raubfisches überstehen mussten. Häufig verbiegen sie aber nur leicht und man kann die Blinker durch vorsichtiges Biegen leicht in ihre Ursprungsform zurück bringen. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass das Blech nicht knickt bzw. zu stark verbogen wird! Das extrem leichte Gewicht der Schleppblinker hat einen zusätzlichen Vorteil: Diese Köder sind relativ unempfindlich gegen Hänger, weil sie auch extrem langsam absinken. Dadurch sind diese Blinker auch erste Wahl für "bodenständige" Fische, wenn wir mit entsprechender Bebleiung gezielt in Bodennähe schleppen wollen.
Angeln mit Schlepplöffeln

Obwohl Schleppblinker eigentlich für große Salmoniden konstruiert wurden, angle ich damit auch sehr gern auf kapitale Hechte, wenn diese tief und im Freiwasser stehen. Bei uns am Möhnesee wird der Fang ab ca. Mitte November recht schwierig, weil die Räuber dann häufig über 15 Meter tief stehen. Sehr langsame geführte Schlepplöffel am Paravan oder Downrigger sind dann die einzige effektive Möglichkeit, regelmäßig einen schönen Hecht zu landen. Dort, wo es auch Regenbogenforellen und dicke Barsche gibt, lohnt ebenfalls ein Versuch mit kleineren Schlepplöffeln, die mit entsprechender Bebleiung, Paravanen oder Downriggern auf Tiefe gebracht werden. Besonders, wenn man mit dem Boot fast stoppt und die Köder langsam wedelnd in die Tiefe taumeln, erfolgen häufig harte Bisse! Stehen die Räuber in der wärmeren Jahreszeit dicht unter der Oberfläche, so lohnt auch ein Versuch ohne jegliche Beschwerung. Um den Köder aber nicht direkt an die Oberfläche zu ziehen, sollte man die Geschwindigkeit bewusst sehr langsam halten. Die Kunst in der guten Präsentation liegt darin, die richtige Schleppgeschwindigkeit zu finden, denn zu schnelles Ziehen lässt den Köder ausbrechen oder auftauchen und die Attraktivität ist zerstört. Spezialisten hängen gern einen Kontrollblinker neben das Boot, um jederzeit den Lauf des Köders bei der aktuellen Geschwindigkeit im Auge zu haben. Wie bei anderen Schleppködern auch kann es sehr viele Bisse beim S-Kurven fahren geben. Die äußere Rute wird dann beschleunigt, wogegen die in der Innenkurve liegende Rute den Köder fast zum Stehen bringt. Der stete Wechsel zwischen Beschleunigung und Verzögerung macht den besonderen Reiz aus! Achten Sie bei der Montage unbedingt darauf, dass Ihre Schnüre auf den letzten Metern zum Köder so dünn wie möglich sind. Eine zu dicke Schnur beeinträchtigt den Lauf mehr als eine größere Blechstärke und die besondere Fängigkeit dieser Spezialköder ist schnell dahin.
 

 

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